Drucken

Mit Datenbrillen das Lager im Griff

Die Steel Service Krefeld GmbH (SSK) bringt frischen Wind in ihre Lager. Wo einst Lagerarbeiter mit gedruckten Liefer-, Pick- und Inventurlisten durch die Hochregale liefen, haben sie heute beide Hände frei für die Kommissionierung der zwischen 80 Gramm leichten und 550 Kilogramm schweren Packstücke. Über das Display der Datenbrille werden sie durchgängig visuell durch den Prozess geführt und haben alle relevanten Daten stets im Blick. Das jeweilige Packstück verifizieren sie anhand des Barcodes mit dem Scanner, der in der Datenbrille verbaut ist. Mit der kompletten Ablösung der papiergebundenen Kommissionierung gewinnt SSK Zeit und kann eine umfassende Rückverfolgbarkeit vom Hersteller bis zum Kunden gewährleisten.

Als einer der größten europäischen werksunabhängigen Lagerhändler für Präzisionsflachstähle und vorbearbeitete Werkzeugstähle bewies SSK bereits mit dem Schritt in den e-Commerce seine Innovationskraft und nun wurde die dahinterstehende Logistik ebenfalls digitalisiert. Statt jedoch wie zunächst geplant auf Handhelds zu setzen, konnte ein umfassendes System entwickelt werden, das die Qualitätssicherung in den Vordergrund stellt, zugleich für effizientere Prozesse sorgt und bei dem die Arbeiter beide Hände frei haben. Über integrierte Menütasten am zusätzlichen Akku ist die Bedienung der Datenbrille auch mit Handschuhen möglich.
„Picavi“ wurde zunächst in der Kommissionierung eingeführt und führt mittlerweile im Warenausgang und Wareneingang zu einer Zeitersparnis von über 40 Prozent. Neben der höheren Pickquote durch freie Hände fallen im Vergleich zur bisherigen papiergebunden Arbeitsweise unter anderem die sehr zeitintensiven händischen Prozesse wie die Informationssuche und die Erfassung auf Papier sowie die zusätzliche Eingabe ins Lagerverwaltungssystem weg.

In den Lägern in Krefeld und Sheffield gilt es täglich Lieferungen mit jeweils mehreren tausend Packstücken zu bewältigen, die wiederum auf 1.700 Lagerplätzen verteilt sind. Die papiergebundene Kommissionierung mit ihrer hohen Fehleranfälligkeit wurde weder dem Auftragsvolumen noch den hohen Qualitätsansprüchen bei SSK gerecht. Seit Anfang Dezember 2015 arbeiten die Kontraktlogistiker von SSK am Hauptsitz in Krefeld daher ausschließlich mit Datenbrillen. Anfang Januar 2016 wurde ebenfalls in Sheffield umgestellt – mit einer bilingualen Applikation und miteinander vernetzten Smart Devices. Die schlanke Lösung kann schnell und einfach an das bestehende Lagerverwaltungs- oder ERP-System angebunden werden, zum Beispiel über einen Webservice. In Krefeld lief die Umstrukturierung ohne aufwendige Modifizierungen des vorhandenen Systems. Durch die Arbeit mit den Datenbrillen wird die Rückverfolgung sichergestellt. Das Scannen der eineindeutigen Barcodes liefert exakten Aufschluss über die Chargenzugehörigkeit des jeweiligen Stahls und damit dessen Herkunft und Eigenschaften – ein wichtiges Qualitätsmerkmal für die Kunden, denn schon geringe qualitative Unterschiede machten sich bei der Weiterverarbeitung bemerkbar.

„Gemeinsam mit Picavi haben wir unsere intralogistischen Prozesse effizienter gestaltet: Das System läuft einwandfrei in Verbindung mit der Lagerverwaltungssoftware von aks Service und auch unsere Logistiker sind begeistert“, berichtet Jürgen Beesen, Geschäftsführer von SSK. Der Kommissionierer erhält über ein PC-Terminal vom Lagerverwaltungssystem eine als Barcode aufbereitete Pickliste oder fordert über das Menü der Datenbrille den nächsten Auftrag an. Von nun an wird er von Picavi durch den Auftrag geführt und scannt jeden Pick, um ihn zu bestätigen und gleichzeitig zu dokumentieren. Dabei wird dem Picker über das Display stets die Anzahl der Picks, die Artikelnummer und das Gewicht angezeigt. „Die Eingewöhnungsphase war kurz und wich schnell einer enthusiastischen Pionierstimmung. Die optimierten Laufwege, die benutzerfreundliche Handhabung und die damit einhergehende Zeitersparnis überzeugten.

Nach der erfolgreichen Umstellung der Kommissionierung werden die Datenbrillen auch am Wareneingang eingesetzt. Die ankommenden Packstücke werden einzeln mit dem optischen Scanner der Datenbrille erfasst und für einen exakten Bestandsnachweis im Lagerverwaltungssystem hinterlegt – was wiederum einer schnellen, fehlerfreien Kommissionierung zuträglich ist. Zusätzlich werden die Smart Devices nun auch für die permanente Inventur sowie die einmalige, jährliche Stichprobeninventur genutzt. So wird sichergestellt, dass jedes Packstück mindestens einmal gescannt und im System registriert wird.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Hinweis:
Bitte beachten Sie unsere Blogregeln. Es besteht grundsätzlich kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihres Kommentars. Je nach Inhalt behalten wir uns vor, von einer Veröffentlichung abzusehen. Mit dem Absenden Ihres Kommentars stimmen Sie der Veröffentlichung auf dieser Website zu. Auf Wunsch des Absenders können Kommentare auch wieder gelöscht werden. Bitte senden Sie in diesem Fall eine E-Mail an den Administrator.