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Hierarchie versus Holacracy

Auf der Suche nach Inspiration für einen neuen Artikel zum Thema Digitalisierung, Industrie 4.0 oder Arbeit 4.0  bin ich beim surfen über einen Artikel gestolpert. Es ging um Unternehmen zwischen Hierarchien und Holacracy. Mein erster Gedanke war: „Hola… was?“.
Das Wort war mir völlig neu. In dem Artikel wurde erklärt, dass Holacracy einer der Begriffe ist, der im Rahmen der fortschreitenden Digitalisierung neu aufkommen ist und eine Unternehmensorganisation beschreibt. Sie wird als Soll-Zustand dargestellt. Dem entgegen wird die Hierarchie als Ist-Zustand bei den Unternehmen beschrieben.

Aber was ist nun der Unterschied zwischen einer Hierarchie und der neuen Holacracy? Beides sind Beschreibungen einer Unternehmensorganisation und der Unterschied wird wohl am besten deutlich, wenn man sich die graphische Darstellung der beiden Formen ansieht. Die Hierarchie wird mit einem Dreieck oder einer Pyramide dargestellt und die Holacracy wird mir einem Kreis verdeutlicht.

Oder anders ausgedrückt: Hierarchisch organisierte Unternehmen haben eine Person, die an der Spitze des Unternehmens steht und die alle unternehmerischen Entscheidungen trifft. Die Holacracy beschreibt, dass alle Mitarbeiter die Möglichkeit haben sich gleichwertig im Unternehmen einzubringen. Es steht für die Partizipation jedes einzelnen Mitarbeiters. Nun ist die Unternehmensorganisation sicherlich abhängig von vielen Faktoren, z.B. der Größe oder der Branche. Aber arbeiten wir alle entweder in einem Kreis oder in einem Dreieck? Arbeiten nicht viele von uns in einem eckigen Kreis oder einem runden Dreieck? Ist abgesehen von der Darstellung, die Hierarchie wirklich ein Gegensatz zu Holacracy? Oder ergänzen sie sich mehr, als dass sie sich widersprechen?

Eine Frage, die ich mir in dem Zusammenhang schon häufiger gestellt habe, ist: Warum sind Firmen jetzt angehalten ihre Strukturen komplett zu überdenken, wenn sie doch seit Jahren erfolgreich sind? Die erste Antwort, die ich stets erhielt, war: „Die Digitalisierung mit ihren disruptiven Veränderung ist der Auslöser.“ Dazu komme, dass die Menschen heute viel selbstbestimmter sein wollen, als noch vor Jahren. Dann gibt es andere Stimmen, die behaupten, dass die Menschen, die heute in ein Unternehmen eintreten, keine Verantwortung übernehmen wollen. Die Realität liegt wahrscheinlich irgendwo  zwischen diesen beiden Positionen.
Doch, um auf die Frage zurück zu kommen: Ist es nicht so, dass Unternehmen immer darauf bedacht waren, sich den Umständen anzupassen und profitabel zu bleiben? Sobald sie sich einem neuen Thema widmen, seien es neue Produkte oder Konkurrenten, überdenken sie alte Strukturen und Vorgehensweisen. Mir fällt dabei der Begriff Change-Management ein.

Doch was sind denn nun die Fragen, die sich ein Unternehmer stellen sollte, um zu entscheiden, welche Organisationsform für sein Unternehmen die richtige ist und wie digital sich die Unternehmen aufstellen sollten, um zukunftsfähig zu sein?
Und egal, welche Quelle ich zu Rate gezogen haben, hieß die Antwort immer: „Es gibt kein Pauschalrezept. Das kommt auf die Unternehmen, auf die Produkte, auf die Mitarbeiter sowie das Vertrauen in diese und natürlich auf die Offenheit der Unternehmensführung an.“ Es gibt also keinen pauschalen Ratschlag, für welche Unternehmen welche Lösungen am sinnvollsten sind, denn bei all den Theorien ist eins immer noch das Wichtigste: Wie die Menschen reagieren.

Den Artikel über Holacracy finden Sie im Blog New Work.

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