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Profile zu Besuch bei der Rhenus Lub GmbH & Co KG

Digitale Vernetzung in der Fettproduktion – Auf dem Weg zur Industrie 4.0

Im September war das Unternehmens-Besuchsprogramm „Profile“ der IHKs im Rheinland zu Gast bei der Rhenus Lub GmbH & Co KG in Mönchengladbach. Dort erfuhren die Teilnehmer, warum es sich gerade für Mittelständler lohnt, sich von einer traditionellen Produktion auf den Weg zu Industrie 4.0 zu machen.

Das Familienunternehmen ist Systemanbieter von Spezialschmierstoffen, Anwendungsberatung und Prozesslösungen für die Metallbe- und -verarbeitung. Es entwickelt und produziert Kühlschmierstoffe für die anspruchsvolle Zerspanung, Spezialprodukte für die Umformung sowie Spezialfette und Spezialöle, daher ist eine hohe Qualität der Produkte für das Unternehmen wichtig.
In einer Modernisierung hat es seine Produktion – 16 Fertigungslinien – mit 1200 Sensoren, Prozessgebern, Stellmotoren und Aktuatoren ausgestattet. Dadurch ist die ganzheitliche Vernetzung der Produktion vom ERP-System bis zur Produktionsanlage und von der Kommissionierung bis zur Abfüllung möglich geworden.
Dies war der erste Schritt zur intelligenten Fabrik, aber damit ist es nicht getan. Die Arbeitsabläufe müssen analysiert, die Produktrezepturen und Herstellungsanweisungen vereinheitlicht und digitalisiert und vom alten ERP-System in das neue MES-System übertragen werden. Daten aus der Prozessanlage, Informationen aus dem Wareneingang, der Rohstoffbedarfsplanung, der Kommissionierung, der Abfüllung und der Logistik werden zentral zusammengeführt und für die Steuerung des Fertigungsprozesses genutzt. Dies ermöglicht die Steuerung und Kontrolle der Produktion in Echtzeit.

Warum lohnen sich die Investitionen in Smart Factory für den Mittelständler?

Bei der Herstellung von Fetten muss auf viele Parameter geachtet werden, um die Leistungsfähigkeit des Schmierfettes zu gewährleisten. Dank der Daten, die im Produktionsprozess gewonnen werden, kann Rhenus Lub die Parameter genauer einhalten und Auswirkungen auf das Produkt erkennen. Das bedeutet, dass der ganze Prozess transparenter und exakter wird. Durch den ganzheitlichen Ansatz können auch lange Standzeiten der Maschinen oder Rohstoffe vermieden werden. Gleichzeitig erhöht sich die Qualität der Produkte.
Als Beispiel führte Meinhard Kiehl, Produktmanagement, einen für Fette typischen Rührvorgang an. Für ein bestimmtes Fett könnten die Produktionsparameter mit einer Drehzahl von 100 U/min in einer Zeitspanne von 30 Minuten definiert sein. Dank der neuen Daten weiß man nun, dass die gewünschte Qualität des Fetts ggf. schon nach 28 Minuten erreicht werden könnte. Auf den ersten Blick, ein kleiner zeitlicher Vorteil, der sich aber auf die komplette Produktion auswirkt.

Zum Abschluss stellte Rhenus Lub noch den mit wichtigsten Faktor für den Weg zu Industrie 4.0 vor – der Faktor Mensch. Dem Mittelständler ist das Mitwirken seiner Mitarbeiter an dem Prozess sehr wichtig, denn sie sind im Besitz des Know-Hows und Experten im täglichen Umgang mit den Fetten. Deswegen wurden Mitarbeiter frühzeitig qualifiziert, um mit den verbesserten Maschinen umzugehen und die entstehenden Daten auszuwerten. Nur dadurch lassen sich die Prozesse noch optimieren.

Einen Tipp des Mittelständlers zum Abschluss: „Unser Rat an andere Mittelständler: Seien Sie mutig, aber nicht übermütig. Der Sprung zur intelligenten Fabrik kann nur gelingen, wenn Sie ihn gemeinsam mit internen und externen Experten intensiv vorbereiten und ihre Mitarbeiter durch gute Schulungen auf jedem Schritt des Weges mitnehmen – denn ihr Know-how ist das wichtigste Kapital Ihres Unternehmens.“

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